Ubik Paint ist eine Experimental-Popband aus Karlsruhe, Deutschland, ursprünglich bestehend aus Martin Giese, Stephan Kleinert und Wolfgang Schneider (von denen jeder alles spielt). Obwohl Ubik Paint eine der innovativsten musikalischen Kräfte der letzten 200 Jahre ist, verhinderte eine geschickt eingefädelte Weltverschwörung bislang den Durchbruch der drei Musiker.
Bisher veröffentlichten Ubik Paint drei Alben, "Forbidden Architecture" (1996), "Love Bank" (1998) und "Waiting For The Rain" (2001), sowie die WebCD "A Collection Of 23 Great Love Songs" (2000).
Wolfgang Schneider trennte sich im November 2001 von Ubik Paint.
[1996] [1997] [1998] [1999] [2000] [2001] [2002] [2003] [2004]
Seit Anfang 1996 widmen sich UBIK paint in der stillen Abgeschiedenheit ihres eigenen Karlsruher Studios, "The Workshop", der Erforschung von Tönen und Geräuschen (ErvTuG).
Was dies genau bedeutet, und wie es funktioniert, das läßt sich ohne weiteres gar nicht so einfach erklären, denn dazu müßte man anführen, daß es sich um Musik handelt, die viel mit Improvisation zu tun hat, sich aber auch durch den kreativen Umgang mit dem Studio, durch das Bauen von neuen Musikinstrumenten und durch das Ausleben einer Arbeitsweise definiert, welche die drei Musiker nur mit dem Ausdruck "ubisch" zu beschreiben vermögen.
Das Ergebnis als eine Mischung aus Folk, Blues, Rock, Jazz, Psychedelic, Ambient etc. pp. zu bezeichnen, wird der Musik nicht gerecht, aber es ist zumindest ein Ansatz, mit dem niemand etwas anfangen kann.
Im Dezember 1996 brachten UBIK paint im Eigenverlag die Debut-CD Forbidden Architecture heraus, welche in der lokalen Musikpresse einiges Aufsehen erregte. Es fielen Kommentare wie "für alle Freunde/innen experimenteller Popmusik zu empfehlen" (Der Kurier), "[...] ein Projekt, das internationale Vergleiche nicht zu scheuen braucht, in Karlsruhe aber ohne Beispiel ist" (Klappe Auf!) oder "völlig ungefährlich bei Verwendung nach Vorschrift" (Ubik).
Zusammen mit SŠngerin Katrin Schmidt und mit tatkrŠftiger UnterstŸtzung seiner
Ubik Paint-Kollegen veršffentlicht Stephan Kleinert unter dem Projektnamen "Botany Bay" das Album "Tales Of The Bitter Seed". Im allgemeinen Trubel um Ubik Paint bleibt dieses jedoch weithin unbeachtet.
Anfängliche
Pläne, nicht live aufzutreten, wurden im Winter 1997
aufgegeben, als UBIK
paint am 16.11.1997 im Rahmen der
Veranstaltungsreihe BLOCKflÖte
das zahlreich erschienene Publikum mit ihrem ersten, vollkommen
frei improvisiertem Konzert, begeisterten. In den Tick Tack
Internet-Charts landeten UBIK paint mit einem
Track der ersten CD für mehrere Wochen auf Platz drei,
und in den Jahrescharts auf Platz 23. Ebenfalls im November
1997 produzierten UBIK paint eine eigene, ubische Radiosendung, die
sich in Struktur und Inhalt über gängige
Radio-Konventionen hinwegsetzte und vom Freien Radio Karlsruhe
ausgestrahlt wurde. Im März 1998
folgte ein Auftritt im Jugendcafe Oberursel (Frankfurt), wo
UBIK paint zu der Dichterlesung "Valis" die musikalische
Untermalung lieferten und ihre Fähigkeit, atmosphärisch
dichte und stimmungsvolle Musik zu produzieren, unter Beweis
stellten. Ansonsten
verbrachten UBIK paint, die sich trotz der positiven Reaktionen auf
die Konzerte nicht als Live-Band sehen, viel Zeit mit
weitergehender ErvTuG, noch immer ohne Plattenvertrag, wieder im
eigenen Studio. Ein
anläßlich der Veröffentlichung gegebenes Konzert,
wieder in der BLOCKflÖte-Reihe, war trotz mörderischer
Temperaturen (36°C im Schatten) und dem zu jenem Zeitpunkt
stattfindenden Fußball-WM-Halbfinale wieder extrem gut
besucht und wurde überraschenderweise von allen Mitgliedern
der Band sowie den Helfern überlebt. Doch trotz dieses
Erfolges, und trotz des Lobes, welche die neue UBIK
paint-Produktion wiederum von der lokalen Presse erfuhr, trotz der
Tatsache, daß Love Bank viel mehr war, als nur eine
Weiterentwicklung von Forbidden Architecture, zeigte Love Bank klar
das Dilemma auf, in dem UBIK paint sich
befanden. Denn so enthusiastisch
Love Bank auch von der lokalen Presse aufgenommen wurde -
überregional wurde man weiterhin angestrengt ignoriert, von
Plattenlabels hagelte es Absagen ("zu durchgeknallt",
"unverkäuflich" - und das, obwohl die TickTack-Hitparade
bewiesen hatte, daß durchaus auch ein breiteres Publikum
Gefallen an UBIK paint zu finden vermochte) - nicht gerade die
Reaktion, die man sich bei UBIK paint nach zwei Jahren Arbeit
erhofft hatte. Im Februar 1999
gründeten UBIK paint den Musikverlag "Ubisonic Productions".
Die Idee dahinter war, Künstlern, die mit den gleichen
Problemen wie Ubik Paint zu kämpfen hatten, ein Forum zu
bieten. "Ubisonic Productions" sollte Musik ausschließlich im
WWW in der Form von MP3-Files zur Verfügung
stellen. Trotz
vielversprechende Anfängen scheiterte das "Ubisonic"-Projekt
schließlich am mangelnden Interesse/Vorhandensein der
deutschen Experimentalpopszene - Ubik Paint hatten weder die Zeit
noch das Geld, großformatige Werbung zu machen und
vielversprechenden Bands hinterherzurennen - und besannen sich
schließlich wieder darauf, was sie ursprünglich zusammen
gebracht hatte: außergewöhnliche Musik zu produzieren,
egal, ob sie nun jemand hören wollte, oder
nicht. Wolfgang Schneider und
Stephan Kleinert veröffentlichten 1999 unter dem Projektnamen
"Pale Blue" das Album
"Talk Of The Town" - eine Sammlung fragiler, aber dennoch
eingängiger Popsongs, die sie in der Zeit nach den "Love
Bank"-Sessions zusammen aufgenommen hatten. Wie auch die Ubik
Paint-Alben bekam "Talk Of The Town" hervorragende
Kritiken. Mit der
ausschließlich im Internet veröffentlichten WebCD "A
Collection Of 23 Great Love Songs" beschritten UBIK paint im Sommer
2000 neue Wege. Die Musik wird vollständig und ungekürzt
im World Wide Web angeboten - zusammen mit Texten und Artwork,
genau wie bei einer "richtigen" CD. Mit "23 Love Songs..."
zeigten Ubik Paint neue Qualitäten, die nicht unbedingt bei
jedermann gut ankamen. So schrieb das Musikmagazin "Intro": "[...] Ob diese MP3-formatigen
Ironiehäppchen zum Thema "Lovesongs" einer
missverständnisfreien Rezeption des eigentlichen Ubik
Paint'schen Schaffens gut tun, sei dahingestellt. [... Die WebCD]
zeigt nicht mehr als wie versatil und souverän Ubik Paint, nah
an Musiker-Musik, mit Genre-Standartismen, bishin zur Parodie,
leichthändig jonglieren können. Was manch potentiellen
Verehrer des Ubik Paint'schen Frühwerkes jedoch auch
langweilen oder vertreiben könnte. " Martin Giese und Stephan Kleinert nutzen im
September die Gelegenheit, im Rahmen eines "Art Slam" im Karlsruher
"Tempel" spontan live aufzutreten und vier kleine Stücke zu
improvisieren. Obwohl man die beiden irrtümmlicherweise als
"Ubik Paint" angekündigt hatte, waren die Stücke,
gespielt auf Fender Rhodes und Bass, eher im Jazz-Bereich verankert
- was unter anderem ein Grund dafür sein mochte, daß das
Publikum sie begeistert aufnahm und ein Jahr später für
Ubik Paint nur irritiertes Schulterzucken übrig hatte.
Verehrer des Ubik
Paint'schen Frühwerkes hatten keinen Grund zu der
Befürchtung, daß Ubik Paint zu einer zynischen
Pop-Parodie-Band mutiert waren - im Mai 2001 erschien mit "Waiting
For The Rain" das lang erwartete, dritte "offizielle"
Studioalbum. Doch leider kam es
nicht mehr dazu. Denn in der letzten
Produktionsphase ergaben sich ernsthafte Probleme bei Ubik Paint.
Wolfgang Schneider war im Laufe der Zeit mit dem neuen Album und
der Band an sich immer unzufriedener geworden, und
schließlich geriet die Fertigstellung von "Waiting For The
Rain" zu einem langwierigen Prozeß, nach dessen Ende niemand
mehr die Energie und die Nerven dazu hatte, das Album zu promoten -
zumal die Band nicht geschlossen dahinter stand. Ein spontanter
Live-Aufritt im Karlsruher "Tempel" litt unter dem gleichen Problem
- und unter der Tatsache, daß der Live-Mixer es vorzog,
heimzufahren, statt sich um den Live-Sound zu
kümmern. Im Juli
schließlich veröffentlichten Ubik Paint im Internet die
Singe "Silence". Das Stück, auf dem erstmals die Stimme von
Caro Crosse zu hören ist, sollte das letzte gemeinsame Projekt
der Ubik-Paint-Urbesetzung sein. Die
Veröffentlichung der Video-CD wurde auf den St. Nimmerleinstag
verschoben, und Wolfgang Schneider trennte sich schließlich
im November 2001 von Ubik Paint. Martin Giese und Stephan Kleinert setzten das Projekt zu
zweit fort - wiederum verstärkt durch Caro Crosse und
Christiane Ufer, welche schon zu "Waiting For The Rain"-Zeiten Ubik
Paint unterstützt hatte. Es gab einige Sessions und es wurden
auch vier Tracks für ein neues Album aufgenommen; da Martin
aber sehr mit Promovieren und Heiraten beschäftigt war,
mussten Ubik Paint eine Zwangspause
einlegen. Stephan Kleinert wiederum hatte schon bald nach dem
"Waiting For The Rain"-Debakel damit begonnen, ein Solo-Projekt zu
produzieren. Unter dem Namen "The Turtle Dreams" begannen schon im
Juli 2001 die ersten Aufnahmen, die stilistisch und inhaltlich an
"Waiting For The Rain" anknüpften. Martin Giese Ÿbersiedelte Anfang 2003 nach Schweden, um dort zusammen mit
seiner Frau zu wohnen und sich seiner akademischen Karriere zu widmen. Stephans Soloprojekt, das unter dem Titel "Near" hŠtte erscheinen sollen, wurde letztendlich nicht veršffentlicht. Der Zyklus, in dem Stephan musikalisch die Depression verarbeitete, unter der er die letzten zwei Jahre gelitten hatte, erschien ihm im Endeffekt doch allzu persšnlich und trist, als da§ er ihn einem grš§eren Publikum antun, geschweige denn mit ihm teilen wollte. Im Dezember 2003 trafen Martin und Stephan fŸr eine Ubik Paint-Revival-Session im neu eingerichteten Heidelberger Studio "halle_03" zusammen. Aufnahmen von dieser Gelegenheit wurden leider nicht gemacht.
"Osterlied" und der Bonus-Track "Violet" sind zwei der Lieder, die 2002 fŸr ein viertes Ubik Paint - Album aufgenommen wurden. Im Oktober 2003 wurde dazu in Heidelberg ein Video gedreht, bei dem Markus Brand und Stephan Kleinert Regie fŸhrten.
Stephan arbeitet mit Botany Bay an einem neuen Album. Der Veršffentlichungstermin ist noch nicht bekannt, als Vorgeschmack wird im April die Single "Canvas" im WWW veršffentlicht.
1997
1998
Angespornt von den zwar spärlichen, aber dennoch
ausnehmend guten Reaktionen auf Forbidden Architecture,
wurde im Juni 1998 das zweite, aufwendig gestaltete Album mit dem
Titel Love Bank veröffentlicht.Frustriert
beschloß man, ausnahmsweise einmal tatsächlich
unverkäuflichen Müll zu produzieren. "Junk",
veröffentlicht im September 1998, war eine streng limitierte
Sammlung von Outtakes, Session-Fragmenten und
unveröffentlichten Tracks, die ausschließlich unter
Freunden, Bekannten und Verwandten der Bandmitgliedern verteilt
wurde, und die - um dem Anlaß gerecht zu werden - in einer
blauen Mülltüte daherkam.
1999
20002001
(aka. "the worst year
ever")
Das neue Album war wiederum eine Abkehr von allem bisher
Dagewesenen - emotional sehr intensive Songs, die von Liebe, Angst
und Selbstfindung handelten, bildeten einen Kanon, der eher durch
seine Eindringlichkeit als durch das Experimentieren mit
"schrägen" Musikinstrumenten einen ganz eigenen Stil
definierte. Unterstützt wurde das Ganze durch zwei nicht
minder atmosphärische Musikvideos, die später im Jahr auf
einer eigenen CD veröffentlicht werden
sollten.
2002
Im August 2002 erschien die erste Single, "Traveller Song",
exklusiv im WWW. Das Album sollte einen Monat später
veröffentlicht werden und einen Videoclip
enthalten. 2003
2004
Als vorerst letzte Single erscheint auf der UP-Homepage April 2004 das "Osterlied", inklusive Video und Bonustrack.